Bristol
| Bristol | 1945 - 2011 | Großbritannien |
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Skurrilitäten vom Flugzeughersteller aus BristolDie Bristol Aeroplan Company wurde bereits 1910 von Sir George White gegründet und ist bis heute im Flugzeug- und Flumotorenbau tätig. Automobile werden im englischen Bristol allerdings erst seit 1947 gebaut. Man begann mit der Präsentation einer deutschen BMW-Konstruktion aus den 30er Jahren. So kurz nach dem Krieg ein Affront, der hohe Wellen schlug. Auch die Tatsache, daß eine so alte Konstruktion als Basis des ersten Bristol-Wagens diente, ließ die Kritiker aufschreien. Doch für die englische Firma erwies sich dieses Vorgehen als genau richtig. Der Wagen war repräsentativ und sportlich, genau das Image, welches Bristol für sich wünschte. Zur Zusammenarbeit mit dem deutschen Hersteller war es bereits Mitte der 30er-Jahre gekommen, als H.J. Aldington, der zusammen mit seinem Bruder Donald, die Firma Frazer-Nash leitete, in München wegen eines Imports von BMW-Sportwagen vorsprach. Am 19. November 1934 wurde man sich einig, doch der Ausbruch des zweiten Weltkrieges beendete die Zusammenarbeit. Nach dem Endes des Krieges war H.J. Aldington nicht bereit, von seinen Plänen abzulassen. Von seinem Bruder Donald erfuhr er von den Plänen des Flugzeugherstellers, sich mit dem Fahrzeugbau ein zweites Standbein zu verschaffen. Sogar ein Prototyp mit Sternmotor (!) war von Chefingenieur Sir Roy Fedden bereits gebaut worden. Doch dieses Fahrzeug war auf einer Testfahrt verunglückt. Aldington sah seine Chance gekommen und führte den Bristol-Chefs White und Verdon-Smith einen BMW 327 vor. Die Flugzeugbauer waren sehr angetan, sicherten sich jedoch bei BMW in München ab. Dort kam man überein, daß nicht nur Konstruktionspläne nach Bristol in England geliefert wurden, sondern auch Dr. Fritz Fiedler! Dieser konstruierte schließlich mit dem Bristol 400 das erste Fahrzeug einer lange Ahnenreihe von Bristols. Später wurden weitere Modelle mit BMW-Motoren gebaut (Bristol 401/402, 403, 404, 405 und 406). Danach eigene Entwürfe mit Chrysler-Motoren (407, 408, 409, 410 und 411 und weitere). Bristol genoß auf der Insel immer einen guten Ruf und bis Anfang des neuen Jahrtausends gab es dort Autos zu kaufen. Diese waren exorbitant teuer und wurden nur in Kleinstauflage gebaut. Man machte sich in Fachkreisen gerne über die sehr schrullige Geschäftspolitik mit Karteikasten als Kundenkartei und abgewetzten Möbeln im Büro lustig. Allen diesen Umständen zum Trotz hatte Bristol Anfang des neuen Jahrtausends noch einen "Jahrtausend"-Sportwagen angekündigt und tatsächlich auf Viper-Basis realisiert: Den Bristol Fighter. Dieser sollte in der Version Fighter T (für "twin turbocharged") mit bis zu 1012 PS lieferbar sein. Die ersten Ankündigungen sprachen sogar vom schnellsten Straßensportwagen überhaupt mit einer Höchstgeschwindigkeit von 412 km/h. Doch dieses Fahrzeug wurde bis 2008 wohl an keinen Kunden ausgeliefert, bevor leider auch Bristol 2011 selbst den Betrieb einstellen musste. Rennsport-AktivitätenErwähnenswert sind auch Bristols Teilnahmen bei Rennveranstaltungen: Treibende Kraft hinter diesem Engagement war einmal mehr Tony Crook der früh eigene Fahrzeuge bei kleineren Renneinsätzen pilotierte. Anläßlich der London Motor Show im Oktober 1952 erfolgte dann jedoch sogar die Ankündigung der werksseitigen Teilnahme beim 24-Stunden-Klassiker in Le Mans! Hierfür wurde mit dem Bristol 450 extra ein neues Fahrzeug konstruiert, das überdies mit einer besonders skurrilen Karosserie aufwartete. Basis war ein gewichts-optimiertes Chassis von ERA. Man achtete vor allem darauf, dass sich der Schwerpunkt des Fahrzeugs zwischen den Achsen lag. Dafür wurden insbesondere Motor und Tank hinter der Vorderachse, aber vor der knappen, zunächst geschlossenen Fahrerkabine positioniert. Diese Bauweise brachte ungewöhnliche Proportionen: Die Motorhaube war enorm lang, während der Fahrer fast auf der Hinterachse saß. Am Heck gab es darüber hinaus zwei Luftleitbleche zur Stabilisierung. Der Bristol 404 aus der Serie zitierte kurze Zeit darauf diese Finnen. Zwei Bristol 450 starteten dann 1953 tatsächlich erstmals bei den 24-Stunden von Le Mans (Fahrerpaaarungen Lance Macklin / Graham Whitehead sowie Tommy Wisdom / Jack Fairman, bei de Fahrzeuge fielen jedoch aus. Der zweite Einsatz erfolgte beim 12-Stunden-Rennen von Reims 1953, wo der von Peter Wilson und Jack Faiman gefahrene Wagen Fünfter im Gesamtklassement und Sieger der Klasse für Sportwagen bis 2-Liter-Hubraum wurde. Der dritte Einsatz 1953 war dann beim Langstreckenrennen von Montlhéry im Oktober 1953: Hier konnten Macklin und Fairman gleich sechs Geschwindigkeitsrekorde in der Klasse E (Fahrzeuge mit 1.501 bis 2.000 ccm Hubraum) aufstellen: Sie erreichten über eine Distanz von 200 Meilen eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 125,87 Meilen pro Stunde und fuhren über einen Zeitraum von sechs Stunden durchschnittlich mit 115,43 Meilen pro Stunde. 1954 wurde drei zwischenzeitlich immer wieder modifizierten Bristol 450 beim 24-Stunden-Klassiker von Le Mans gemeldet und kamen dieses Mal alle ins Ziel: Peter Wilson / Jim Mayers wurden 7. im Gesamtklassemenet, Tom Wisdom/Jack Fairman wurden 8. und Mike Keen / Tommy Line wurden 9.. Dieses Ergebnis war wirklich aller Ehren wert. Beim 12-Stunden-Rennen von Reims kamen die drei gleichen Fahrerpaarungen auf den Plätzen 10 bis 12 ins Ziel. Keen / Line wurden aber immerhin Zweite in der Sportwagenklasse bis 2-Liter-Hubraum hinter einem Ferrari 500 Mondial mit den Piloten François Picard und Charles Pozzi am Steuer. Bei der erneuten Teilnahme am 24-Stunden in Le Mans 1955 traten die Bristol 450 nunmehr als offene Sportwagen an. Am Ende des Rennens belegten sie die ersten drei Plätze ihrer Klasse und im Gesamtklassement wurden Wilson / Mayers Siebente, Keen / Line Achte und Wisdom / Fairman Neunte. Man hatte sich auch wieder für das 12-Stunden von Reims angemeldet, trat jedoch nicht dort an, sondern cancelte unter dem Schock des schrecklichen Unfalls von Le Mans 1955 gleich das gesamte Renn-Engagement. |
Fahrzeuge von Bristol:
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Bristol 402 '1949
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Bristol 407 Drophead Coupé "Viotti" (VIN 407-6152) '1962
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Bristol Fighter '2006
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| Literatur | ||||
| Internet | Homepage des britischen Bristol-Clubs |
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