Bristol Blenham
| Bristol Blenham | 1993-2008 | Großbritannien |
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Der Bristol Blenham1993 löste der Bristol Blenham den Bristol Brigand / Bristol Britannia ab. Zum einen war die Ablösung der vorgenannten beiden Modelle schon aufgrund ihrer Vergasermotoren dringend erforderlich gewesen, zum anderen ging es Bristol wirtschaftlich immer schlechter. Die Entwicklung eines völlig neuen Modells war damit ausgeschlossen. Da zudem der bisherige Entwicklungsleiter Dennis Sevier verstorben war, entschloss sich Bristol-Inhaber Tony Crook zur Fortentwicklung der bisherigen Saloon-Modelle. Der Beaufighter wurde hingegen ersatzlos gestrichen, war aber ohnehin praktisch nicht mehr verkäuflich. Äußerlich glich der Blenham seinen beiden Vorgängern, war aber im Detail weiterentwickelt worden. Ziel war es vier erwachsene Personen "würdevoll" und komfortabel in dem zweitürigen Coupé zu befördern. Dies führte im hinteren Bereich zum Beispiel zu einer erhöhten Dachlinie, die der Optik nicht gerade zuträglich war. Weitere Vorgaben bei der Entwicklung waren eine möglichst übersichtliche Karosserie sowie Reparaturen ohne spezielles Werkzeug. Wesentliche Unterschiede zum Bristol Brigand / Bristol Britannia ergaben sich aber an der Front und im Heckbereich. Letzteres wurde komplett neu gestaltet unter Verwendung von Rückleuchten des Vauxhall Senators. Ebenfalls optisch nicht gerade eine stilsichere Lösung, aber eigenständig. An der Front fanden sich beim Blenham nach den Breitbandscheinwerfern der Vorgänger wieder vier Rundscheinwerfer, der Innenraum war hingegen vertraut. Es entstanden bis 2008 drei Serien des Blenham, die sich vor allem bei der Motorisierung unterschieden. Bei allen Varianten kam der 5,9-Liter-Motor wiederum von Chrysler und wurde zuletzt sogar exklusiv für Bristol gebaut. Die Leistung des Motors lag anfänglich bei ca. 225 PS und stieg bis 2008 beim Blenham 3S auf ca. 400 PS. Einen Turbolader besaß keins der Modelle. 2011 musste Bristol schließlich Konkurs anmelden und der Blenham wurde bis zum Schluss offiziell angeboten. Es dürfte aber nach 2008 kein Modell mehr ausgeliefert worden sein. Die Angaben der Stückzahlen gehen - da keine Werksangaben lanciert wurden - weit auseinander: Der Bristol Owners Club geht davon aus, dass während der Produktionsphase zwischen 1993 und 2008 jährlich 5 bis 10 Fahrzeuge produziert wurden. Daraus läßt sich eine vermutlich gerade dreistellige Anzahl von Blenhams über alle Jahre ableiten. Erwähnenswert ist noch der Blenham Speedster, ein komplett offenes Modell ohne Windschutzscheibe oder Verdeck, welches aber vermutlich nur in einer Auflag von 10 bis 15 Exemplaren produziert wurde. Blenham 1 '1993 bis 1997 / Blenham 2 '1998 bis Oktober '1999Der erste Blenham wurde selbst bei Bristol-Liebhabern nicht sehr positiv aufgenommen. Formal ähnelte dieser (zu) sehr dem Vorgänger, ohne jedoch optisch oder technisch zu überzeugen. Vor allem die Leistung war häufiger Grund zur Klage bei den wenigen Besitzern. Während der Motor des Brigand noch ca. 300 PS leistete, produzierte der des Blenham nur ca. 225 PS. Dieses Manko wurde mit dem Blenham 2 angegangen: Man überarbeitete den Motor, der im neuen Modell nunmehr ca. 260 PS leistete. Erkennbar war der Blenham 2 an einer neuen Front mit größeren Rundscheinwerfern und einer Chromstange in der Kühleröffnung. Blenham 3 '1999 bis 2008 / Blenham 3S '2002 bis 2008 / Blenham 3G '2002 bis 2008Der Blenham 3 war endlich das Auto, welches die (wenigen) Bristol-Kunden sich vorgestellt hatten: Der Motor leistete nunmehr je nach Ausführung zwischen 360 und 400 PS. Die Front war abermals überarbeitet worden, sah mit ihren neuen Rundungen deutlich moderner aus und ähnelte vielleicht nicht zufällig zeitgenössischen Jaguar XJ-Modellen. Außerdem gab es einige stilistische Änderungen und bequemere Sitze im Innenraum. Der Blenham 3G war ab 2002 eine Version, die mit Flüssiggas betrieben werden konnte. Eine Besonderheit, die es auch schon bei den beiden Vorgängern Bristol 411 und Bristol 603 gab. Der Bristol 3S war die schärfste Variante im Portfolio: Der Motor für dieses Modell war durch geänderte Ansaugrohre, größere Ventile und eine angepasste Steuerelektronik auf ca. 400 PS gebracht worden. Optisch wurde die neue Potenz durch eine 60 mm breitere Spur an der Hinterachse und andere Felgen unterstrichen. Ein Ausrufezeichen verdiente hingegen der Preis, der um 10.000,- Pfund höher lag als beim Basismodell. Umgerechnet mussten Kaufinteressierte für einen Bristol Blenham 3S ca. 170.000,- EUR auf der hohen Kante haben. Damit entsprach der Preis in etwa dem eines Aston Martin DB 9 oder Bentley Continental GT. Konstruktiv war der Bristol mit seinem Kastenrahmen jedoch um Jahre, wenn nicht Jahrzehnte zurück. Blenham 4Im Frühjahr 2009 präsentierte der Hersteller noch ein "Blenham 4" genanntes Modell. Ob es sich um eine nicht mehr produzierte Weiterentwicklung oder der Prototyp eines neuen Modells handelte, ist nicht mehr überliefert. Das hellblau lackierte Auto mit den Rückleuchten des damaligen Audi A4 Avant war in Details überarbeitet, verfügte jedoch nur über den - allerdings für den Betrieb mit Flüssiggas umgerüsteten - Motor des Blenham 3S. Bedingt durch den zwischenzeitlichen Zusammenrbruch des Unternehmens, wurde der Wagen nach einigen Messeauftritten schließlich verkauft und blieb somit ein Einzelstück. |
Bristol Blenham 2 '1998
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Bristol Blenham 3S '2002
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