Lamborghini Miura


1966-73

 

Lamborghini Miura 1966-73 Italien
markenzeichen   Flagge

Im Herbst 1965 wurde auf dem Turiner Salon 1965 eine kleine Sensation der ffentlichkeit prsentiert. Ein Kastenrahmen-Fahrgestell aus gefalztem Stahlblech, durchsiebt von Lchern, um Gewicht zu sparen. Zudem befand sich der Motor auch noch vor der Hinterachse zwischen den Achsen (Mittelmotor). Ein solches Konzept hatte Honda 1963 fr die Formel 1 getestet, aber in einem Seriensportwagen? Die Ingenieure Gian Paolo Dallara und Paolo Stanzini sowie Testfahrer Bob Wallace hatten bereits seit ber einem Jahr an einem Rennwagen-Chassis gebaut und mussten dabei auf keinerlei "historische" Beschrnkungen Rcksicht nehmen. Das Projekt war mit Ferruccio Lamborghini abgesprochen und fand dessen Billigung, wenngleich er Renneinstze prinzipiell mibilligte. Die Resonanz auf dem Turnier Salon im November 1965 war berwltigend und Lamborghini willigte ein, einen Prototyp namens 'Miura' zu bauen. Doch wer sollte dieses komplizierte Stck Technik blo einkleiden? Nach Gesprchen mit diversen Karosseriebauern entschied sich Ferruccio Lamborghini schlielich fr Nuccio Bertone. Dessen Designchef Giorgio Giugiaro war zwar gerade auf dem Absprung, aber mit Marcello Gandini stand schon ein vielversprechender Nachfolger in den Startlchern. Der Legende nach berzeugte Bertone Lamborghini mit den Worten "ich bin der Mann der fr Ihre Fe die passenden Schuhe machen kann." Die Aufgabe war nicht gerade klein: Die Geruschdmmung musste den direkt hinter den Ohren des Fahrers befindlichen Motor abschirmen und Motor und Getriebe wurden aus derselben lwanne mit Schmierstoff versorgt. Zudem sollte der Wagen flach und "irgendwie wie ein Ford GT 40 aussehen" (Vorgabe von Ferruccio Lamborghini). Es darf vermutet werden, dass Giugiaro noch die ersten Arbeiten und Berechnungen fr den Miura anfertigte und Marcello Gandini dann das Projekt zu Ende brachte. Das Ergebnis war meisterhaft: Es gab seitens der Lamborghini gab daraufhin fr das erste Jahr 20 Karosserien bei Bertone in Auftrag und seinen Leuten die Anweisung, aus dem zusammengeschusterten Prototyp einen richtigen Sportwagen zu bauen. Zwei Monate spter sollte Wallace eine Testfahrt nach Monaco zum Grand Prix zu machen und den Wagen vor dem Casino zu parken. Unter dem Gejohle diverser schwerreicher Interessierter wurde der Wagen mehrfach mitten in der Nacht angelassen und Vollgas gegeben.

Die Vernderungen gegenber den zwei Prototypen des Genfer Salons 1966 und des Pariser Salons 1966 waren nur geringfgig. Der Radstand musste wegen einer effektiven Isolierung zwischen Fahrgastraum und Motor um 4 Zentimeter verlngert werden und der Wasserkhler unter der Fronthaube stand nun senkrecht. Auerdem wurde das beim Prototyp noch hngende Gaspedal nun stehend angeordnet und die Heckscheibe wich offenen Lamellen, welche die Motorwrme ins Freie lieen. Der Motor war ebenfalls nur geringfgig verndert worden und die Dreischeibenkupplung wurde durch eine hydraulische Einscheibenkupplung ersetzt.

Die Qualitt der Karosseriebleche war prinzipiell recht gut, aber der Innenraum fiel deutlich ab. Die Polstersitze (Leder gab es erst ab dem Miura SV) waren von erschreckender Qualitt und die mattschwarz lackierten Teile bltterten schnell ab. Natrlich war der Geruschpegel enorm hoch, was aber die Kunden nicht strte. Hauptsache der Miura war schnell... Statt der ursprnglich von Lamborghini prognostizierten 50 Exemplare wurden letztlich 764 Miuras gebaut, was einen enormen Erfolg darstellte! Geradezu obszn war brigens die Werbung des deutschen Importeurs anno 1970: "Wenn Sie in diesem Auto von Dsseldorf nach Mnchen fahren, mssen Sie bereits nach 1 Stunde tanken. Dann aber in Wrzburg."

Die Produktion unterteilte sich in drei verschiedene Modelle: Bis 1968 wurde der "Ur"-Miura, der 'P400', gebaut. Zwischen 1968 und 1971 wurde eine leichte schrfere Variante namens 'Miura S' angeboten und der beste und ausgereifteste Miura war der 'SV' (Spinto Veloce), der bis 1972 gefertigt wurde. 1970 entwickelte Bob Wallace auch einen Miura fr Rennveranstaltungen, den Jota. Dessen Chassis und Karosserie wurden komplett aus Leichtmetall gefertigt. Der Motor wurde von Wallace ebenfalls getunt und drfte zwischen 404 und 407 PS entwickelt haben. Doch Ferruccio Lamborghini mochte keine Rennen und so sah der einzige echte Renn-Miura niemals eine Rennstrecke. Leider wurde das Original spter an einen Industriellen in Brescia verkauft, dessen Mechaniker den Wagen an eine Brcke setzte und vllig zerstrte. Spter lieen sich einige Kunden ihre Miura SV zu "Jotas" umbauen. Mindestens vier Exemplare wurden direkt im Werk bei Lamborghini ausgestattet. Weitere Fahrzeuge wurden bei Lamborghini-Hndlern umgerstet. Alle diese Fahrzeuge sind heute als 'Miura SVJ' bekannt. Sie erhielten in der Regel diverse kosmetische Vernderungen und leicht strkere Maschinen (ca. + 30 PS).

Stckzahlen

474 Lamborghini Miura P400 '1966-70
140 Lamborghini Miura S '1968-71
150 Lamborghini Miura SV '1971-72 + SVJ '1971-74
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764 Lamborghini Miura insgesamt


Lamborghini Miura P400 '1966

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Lamborghini Miura S '1968

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Lamborghini Miura Roadster (VIN 3948) '1968

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Lamborghini Miura SV '1971

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Lamborghini Miura SVJ (4840) '1971

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Lamborghini Miura SVJ (5090) '1972

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Lamborghini Miura SVJ (4860) '1973

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Internet The Lamborghini Miura-Registry (Englisch)
www.themiuraregister.com
verwandte Links
Literatur (faq) Motor Klassik 10/2003, S.12 VT
Oldtimer Markt 9/1988, S.6 His
Motor Klassik 7/2008, S.136 KB
Motor Klassik 8/2011, S.36 KB
Octane 1/2012, S.46 His
Motor Klassik 9/2013, S.26 VT
Oldtimer Markt 12/2015, S.12 His
Tuning
 

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